Umsortieren, ausmisten, einmotten: Der Kleiderschrank als Imaginationsort

Shownotes

Der Sommer 2026 kam mit dem Brecheisen – und wir sind froh, dass wir wenigstens eine Sache hinter uns haben: das Umsortieren des Kleiderschranks. Statt über Urlaubsmode sprechen wir deshalb über diese besondere Tätigkeit, darüber wieso vor ein paar Jahren der Hyper-Minimalismus die Kleiderschränke regierte (Stichwort: Marie Kondo), was gerade lang aufbewahrte Kleidungsstücke über unsere individuelle Fashion-Story verraten – und wie der Kleiderschrank in Literatur und Film zum Imaginationsort wird. Als Tore zu fantastischen Welten, Geheimnishüter im Krimi – oder als Luxusmarker in RomComs.

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00:00:00: Ich würde dir jederzeit meinen Kleiderschrank zeigen, aber trotzdem finde ich es komisch wenn du in mein Zimmer kommen würdest und ganz einfach mal den Kleiderschlag aufmachen wird.

00:00:21: Hallo und herzlich willkommen bei Textil Zeit!

00:00:25: Der ersten Sommerepisode glaube ich dieses Jahr.

00:00:30: Und ich steig mal direkt damit ein, was du mir gerade gesagt hast bevor wir auf Record gedrückt haben.

00:00:35: Simon Es ist heiß

00:00:37: Ja es ist sehr heiß!

00:00:39: Es hat hier in Freiburg thirty-two Grad und es wird wahrscheinlich noch viel wärmer werden.

00:00:43: deswegen Hallo aus der Klimakatastrophe, genau.

00:00:48: Kann man glaube ich schon so sagen?

00:00:50: Weil mein Handy zeigt für den nächsten fünf Tage auf thirty-fünf Grad am Abend.

00:00:54: Ich setze an einem Ort wo diese Hitze sehr viel normaler ist nämlich in Split wo ich nicht so viel Urlaub gemacht habe, sondern erst mal eine Wohnung fertig renoviert habe.

00:01:06: Aber eine Renovierung geht zu Ende nach drei Jahren und die Klimaanlage funktioniert und deswegen kann ich jetzt auch hier wieder

00:01:14: arbeiten.".

00:01:15: Sehr schön!

00:01:16: Wir sprechen dieses Jahr nicht über Urlaubsmode – das haben wir nämlich letztes Jahr ungefähr um die Zeit gemacht und ziemlich viele auch über das typische Touristen-Outfit geredet.

00:01:25: Was bedeutet das eigentlich?

00:01:26: Sondern haben uns ein etwas... vielleicht nicht ganz so offensichtliches Thema rausgesucht wird, natürlich auch über die wir M sprechen können und die Trichkurs.

00:01:35: Und was das alles gerade mit dem Stadtbild macht?

00:01:38: Aber wir haben darüber nachgedacht dass wir eigentlich gerne über Kleiderschränke reden wollen beziehungsweise ich habe mir das so gedacht!

00:01:45: Ich hab' tatsächlich letzte Woche noch bevor du mir von diesem Thema erzählt hast, hab' ich meinen Kleiderschrank umgeräumt und ausgeräumen und kann davon gleich noch erzählen Und hab natürlich mal überlegt, was ich so in meinem Schrank alles liegen und hängen habe.

00:02:03: Ja genau wir sind natürlich ein bisschen auf das Thema offensichtlicherweise gekommen weil wir natürlich hoffen dass ihr alle auch schon eure Kleiderschränke umsortiert habt denn spätestens jetzt brauchen wird die Sommerkleidung wirklich.

00:02:16: aber Simon wurde schon über deinen Kleiderschenk sprichst.

00:02:18: Ich hab mir überlegt Normalerweise reden wir ja über unsere Outfits am Anfang, was wir heute tragen.

00:02:23: Lass uns doch heute mal über unsere eigenen Kleiderschränke reden!

00:02:27: Wie sieht es bei dir zu Hause aus?

00:02:28: Ich finde ja, es gibt sehr unterschiedliche Menschen mit Kleiderschenken.

00:02:32: Hast du überhaupt einen?

00:02:33: Hast du vielleicht nur eine Kommode mit Kleiderstange?

00:02:37: und wie ist dein persönliches Verhältnis?

00:02:42: Erzähl doch mal... Familienaufstellung mit Kleiderschrank.

00:02:45: Ja, es ist eine spezielle Unterordnung.

00:02:47: deswegen ich finde das sagt ja auch so ein bisschen was über einen aus wie man mit seiner Kleidung umgeht wie man sie sortiert?

00:02:53: Ja genau vor dieser Aussage hatte ich im Vorfeld Angst weil das würde über meine Persönlichkeit eigentlich nichts Gutes aussagen.

00:03:02: nein Das Problem ist Ich habe in meinem Zimmer sehr viel drin stehen.

00:03:07: Du weißt das du warst schon mal hier und vor allem stehen in diesem Zimmer Bücher und wenn man so viele Bücher hat, dann hat man nicht mehr so viel Platz für einen gigantischen Kleiderschrank.

00:03:19: Und deswegen habe ich ein äußerst schmalen Kleiderschlank den schmalsten Kleidersschrank von IKEA, den ich finden konnte.

00:03:29: Er ist relativ hoch.

00:03:30: das macht es da noch ein bisschen besser.

00:03:32: aber ich hab in meinem Zimmer eine kleine Einbuchtung Perfekt rein, also er fügt sich da wirklich ein als würde er da reingehören.

00:03:41: Es wäre es einen Wandschrank.

00:03:43: Aber dadurch dass er eben so schmal ist passt auch nicht wahnsinnig viel rein.

00:03:47: Also ich habe da wirklich wenn man den Kleiderschrank aufmacht Man hat das Gefühl es kommt einem gleich alles entgegen weil und da so viel drin ist.

00:03:57: Und Ich hab jetzt in dem Gäste- und Wohnzimmer Habe ich Jetzt immerhin noch So Ein Kleider ständer Aufgestellt so eine Stange wo ich zumindest Jacken und Sackos aufhängen kann.

00:04:12: Aber ich sehe immer auf Instagram die Mode-Greator, wie sie so wirklich so fein säuberlich ihre Hemden in den Schrank gehängt haben und dann so die T-Shirts und Plover so auf Kante eigentlich fast so wie mit dem Handkanten Schlag nochmal gefaltet im Schrank drin liegen haben.

00:04:34: also davon kann ich nur

00:04:35: träumen.".

00:04:36: Nein, wir machen jetzt auch keine tiefen psychischen Analyse des Kleiderschrankes vor allem weil bei mir ist noch größeres Chaos.

00:04:44: Ich finde es ganz lustig dass wir die Folge jetzt aufnehmen weil das was ich hier in meiner renovierten Wohnung in Kroatien noch nicht habe das einzige Möbelstück ist eben jener Kleiderschlank Und ich bin etwas in der Krise deshalb und werde gerade erinnert an die Bedeutung und die Wichtigkeit, dass man aufhängen kann.

00:05:02: Und sortieren kann... Ich lebe aus dem Koffer, was ich wirklich einen unschönen Zustand finde, weil man spätestens ab Tag zwei die Sachen nur noch draufschmeißt wenn man sie nochmal tragen will.

00:05:13: Zu Hause in München habe ich dagegen ein Vintage-Kleiderschrank, der ist glaube ich aus den fünftiger Jahren Nee, nicht bei Ebay Kleinanzeigen gekauft habe und den ich vor allem deshalb so liebe weil er innen Haken und Stangen hat.

00:05:27: Also nicht nur eine Kleiderstange sondern darüber man Gürtel alles mögliche legen kann.

00:05:33: theoretisch auch für Krawatten trage ich jetzt nicht so viel aber auch da hab' ich nochmal so ne Appreciation gelernt für die Diversität von Kleiderschränken was sie so bieten können.

00:05:46: Der Kleiderschrank, wo es fast eine Katastrophe gegeben hätte als der in eure Wohnung transportiert wurde?

00:05:52: Ja.

00:05:52: Wir schulden Freunden sehr, sehr viel.

00:05:56: Okay.

00:05:57: Reden wir nicht weiter drüber!

00:05:58: Aber das heißt du hast auch schon umsortiert

00:06:01: richtig?!

00:06:02: Ja genau ich habe umsorted.

00:06:04: Wollen wir gleich über meine Umsortierungserfahrungen reden oder hast du noch was anderes vorhin?

00:06:09: Das ist doch gerne erstmal über das Sortieren sprechen und dann steigen wir ein bisschen vielleicht... tiefer danach darin ein was das sortieren eigentlich wieso das so gut in unsere zeit passt.

00:06:19: da habe ich nämlich eins zwei gedanken zu.

00:06:22: ok ne also ich hab letzte woche habe ich relativ viel neue Kleidung bekommen, weil also um das kurz zu erklären ich bin sehr sehr großer Fan von einer Mode Marke aus Kopenhagen die heißt Uomo Clothing Kopen Hagen und Die machen immer nur so ein zweimal im Jahr bringen die was raus in sehr sehr kleinen Kollektionen.

00:06:51: Und das ist innerhalb von zwei Tagen weg.

00:06:54: Das heißt du musst eigentlich sagen okay Ich kaufe das Jetzt, sonst ist es weg und das kommt auch meistens nicht wieder.

00:07:00: Und die hatten jetzt gerade wieder etwas und deswegen habe ich zugeschlagen und das kam dann und dann hab' ich mir noch T-Shirts gekauft weil ich keine T-shirts mehr hatte, weil sie alle so ausgetragen waren aus den letzten Jahren und dann stand ich von meinem Kleiderschrank und hab also wie gesagt festgestellt da müssen Sachen raus.

00:07:17: Das funktioniert so nicht!

00:07:19: Ich hab dann angefangen auszusortieren und habe mehrere Hosen aussortiert unter anderem die hose in der ich geheiratet habe.

00:07:31: Ich hab das vorher aber mit meiner Frau abgesprochen und sie hat auch schon den Bock verkauft, in dem wir geheiratet haben.

00:07:38: Insofern war das in Ordnung!

00:07:41: Und noch andere Hosen und Hemden usw.

00:07:44: habe alles auf Winted gestellt und habe jetzt in den letzten zwei drei Tagen einen riesen Reibach gemacht, das Wintead-Verkäufen... Jetzt sieht es in meinem Kleiderschrank wieder etwas ordentlicher aus.

00:07:56: also ich habe alle T-Shirts und Polohemden gefaltet, die Hemden hängen etwas mit etwas mehr Spielraum im Kleiderschrank und so weiter.

00:08:05: Und jetzt sieht es einigermaßen ordentlich aus.

00:08:08: aber ich habe auch Sachen gefunden von denen ich nicht geahnt hätte dass sie noch da sind und von denen Ich gemerkt habe ich hab Sie seit einem Jahr nicht getragen mindestens.

00:08:19: Ich finde das total spannend dir gerade zuzuhören weil du jetzt schon ganz viele verschiedene Dinge angesprochen

00:08:24: hast.

00:08:26: Also warum der Kleiderschrank eigentlich über ein Sortier oder einen Aufbewahrungsmöbelstück hinausgeht.

00:08:34: Im Endeffekt begegnet uns in so eine Bestandsaufnahme gemacht, mit dem was ist da drin?

00:08:41: Das ist verglichen mit dem letzten Sommer.

00:08:43: Da sind irgendwie Erinnerungsstücke drin also deine Hochzeitshose Da sind aber auch irgendwie ... bewahren wir vielleicht auch Dinge auf.

00:08:52: Ich hab das zum Beispiel dieses Jahr gemerkt, es gibt so eine Hose... Ich glaub ganz viele Menschen haben diese Hose von der sie denken irgendwann wird sie wieder passen.

00:09:01: Das heißt mir begegnet also bei diesem Umsortieren die Hoffnung auf eine Zukunft, die niemals kommt.

00:09:08: Eine bestimmte Zeitung wieder tragen zu können und so weiter.

00:09:13: Also irgendwie begegnets uns ... Begegnet wir uns ja irgendwie so ein bisschen selber im Kleiderschrank, würde ich sagen.

00:09:19: Auf jeden Fall und ich finde es vor allem auch ganz spannend weil ich jetzt auch wieder gemerkt habe in meinem Kleidersschrank lagert sich so ein bischen meine eigene modische Entwicklung ab.

00:09:33: also ist fehlen natürlich Sachen weil ich immer wieder auch Sachen austausche und wieder verkaufe und so weiter.

00:09:40: aber Ich hab zum Beispiel eben Diese Hose, die ich bei meiner Standesamtlichen Hochzeit im Getragen habe.

00:09:49: Es war eine Bundfaltenhose mit so Sidejustern, die relativ hoch sitzt und sie läuft aber ein bisschen schmal zu unten.

00:10:02: Und das würde ich heute so nicht mehr kaufen!

00:10:06: Also ich würde heute immer einen Kratenschnitt taufen, also keinen Papertfit sondern geraten.

00:10:11: Und aus dem Grund habe ich diese seit Ewigkeiten nicht mehr getragen und weil ich eigentlich immer ein Gürteltrage und das bei den Sight Adjustment nicht geht.

00:10:24: Das sind so Sachen die finde ich im Kleiderstrankenstelle fest.

00:10:30: Ich trage sowas einfachen nicht mehr oder auch andere Hosen die ich gefunden habe, die ich vor zwei drei Jahren noch problemlos die ganze Zeit getragen hab und ich hab teilweise überhaupt nicht gemerkt dass ich aus diesen Hosen in meiner eigenen Vorstellung davon wie ich aussehe rausgewachsen bin sozusagen.

00:10:51: Ich war genau aus dem Grund den du gerade ansprichst total stolz dieses Jahr als ich selber sortiert habe weil fast nichts beim Umsortieren von Winter- und Sommerklamotten, von meinen alten Sommerkramotten aus dem letzten Jahr aussortieren wollte.

00:11:04: Also ich habe so ein bisschen gemerkt dass sich mein Stil dahingehend vielleicht ein bisschen stabilisiert.

00:11:11: Da hatten wir ja auch bei dieser Urlaubsmodenfolge letztes Jahr ein bisschen drüber geredet das man vielleicht gerade vor dem Urlaub in so ein Fast-Fashion-Konsum verfällt, weil man denkt, oh, Euro Summer.

00:11:22: Wir müssen jetzt irgendwie besonders urlaublich aussehen und das habe ich scheinbar letztes Jahr nicht mehr so stark gemacht.

00:11:30: also da bin ich ganz stolz auf meine eigene Mode Journey sozusagen.

00:11:35: Das ist aber grundsätzlich etwas was ich jetzt beim genaueren Blick in meinen Schrank auch gemerkt hab dass es trotzdem viel weniger Sachen gibt von denen ich sage die würde ich nicht mehr anziehen.

00:11:48: Jetzt gerade auch mit Wechsel auf den Sommer.

00:11:50: Ich habe in den letzten Jahren eigentlich so in jedem Jahr meine Sommersachen irgendwie erweitert, weil ich halt so aus dieser Phase kam.

00:12:02: Irgendwie Männer und kurze Hosen ist ein schwieriges Thema Und ich hab irgendwann verstanden es ist nur so lange ein schwierigeres Thema bis man gefunden hat was gut aussieht.

00:12:14: Und habe dann über die letzten Jahre so diese Sachen mir zusammengestellt und hab in diesem Jahr auch gemerkt, ich brauch eigentlich nichts mehr.

00:12:23: So, ich hab alles!

00:12:25: Das ist irgendwie ein sehr schönes Gefühl weil man den Eindruck hat... Man hat etwas gefunden, was zu einem gehört und man muss das jetzt nicht erst wieder aufbauen oder kommt irgendwie in Verlegenheit, weil man vom Spiegel steht und denkt oh Gott wie sehe ich aus?

00:12:42: Ja, Stichwort capsule wardrobe.

00:12:44: Also irgendwann hat man so seine Pieces gefunden und weiß auch wie man die ersetzt und erweitert.

00:12:49: Wir haben jetzt schon darüber geredet dass sozusagen dieses Umsortieren natürlich irgendwie was Rituelles hat, das ist etwas mit Jahreszeiten zu tun im Kleiderschrank Aber auch das Aussortieren, was damit zu tun hat wie wir uns weiterentwickeln in unserer Mode Journey und dass umsortieren auch aussortieren bedeutet.

00:13:06: Ich würde dir jetzt einmal die Gretchenfrage stellen zum Aussortierenden Wie hältst du es mit Marie Kondo?

00:13:13: Also ich weiß wer sie ist!

00:13:16: Ich habe mal gehört, dass sozusagen das entscheidende Kriterium ist, was man etwas anschaut und sich fragt, does it spark

00:13:25: joy?!

00:13:26: Wenn das nicht der Fall ist, kommt es weg.

00:13:28: und das ist aber eigentlich alles was ich zu Marie Kondo weiß.

00:13:34: Und insofern habe ich dazu keinen großen Bezug.

00:13:38: Aber sollte ich mich dem denn mal etwas mehr widmen?

00:13:44: Das kommt darauf an!

00:13:45: Also die Frage ist so ein bisschen... Ist das Ausmisten für dich etwas Befreiendes?

00:13:50: Wie stehst du grundsätzlich dazu, also genau du hattest Marie Kondo's Philosophie oder was daran irgendwie wichtig ist schon ganz gut zusammengefasst.

00:13:59: Was sie ausgelöst hat ist eben dass in den letzten Jahren das Ausmysten und auch natürlich es in größere Trendbewegungen eingeschrieben zum Minimalismus weniger besitzen Und so weiter und sich wirklich fragen, was brauchen wir in einer total über konsumierten Gesellschaft eigentlich?

00:14:18: In unserem Leben unseren Kleiderschrank.

00:14:20: Was eigentlich aus Marie Kondo so ein bisschen erwachsen ist habe ich das Gefühl ist die Frage ob weniger besitzen und auch dass aussortieren zu einem besseren leben führt.

00:14:32: Ich glaube der Punkt ist, dass sich schon fast wieder gedreht hat.

00:14:42: Und zwar, ich glaube das Problem dass Marie Kondo und auch alle die hier gefolgt sind und sich da irgendwie wiedergefunden haben... Ich glaube das problem war nicht, dass Leute zu viele Sachen hatten in Teilen wahrscheinlich schon aber es ging jetzt nicht darum nach der ganzen Sache innerhalb deren Wohnungen zu sitzen Sondern ich glaube, es ging darum dass wir alle zu viel Unnötige und so viele schlechte Sachen hatten.

00:15:18: Also Ich fühle mich unwohl wenn ich in einem Zimmersitze in meinem Zimmer sitze Und ich weiß hinter mir ist ein Schrank mit Haufenweise Sachen die ich nicht mehr brauche Weil es Unterlagen sind, die ich seit Jahren nicht mehr brauche.

00:15:36: Weil da wahrscheinlich irgendwie noch zwanzig Hausarbeiten aus dem Studium rumstehen oder weil sich da irgendwelche alten... Was weiß ich?

00:15:46: irgendwelchen Mitgliedskarten von irgendwas anhäufen Schlüsselanhänger, halb zerbrochene Bleistifte keine Ahnung, irgendwelcher Scheiß und Sachen, die Ich seit Ewigkeiten nicht mehr verwendet habe.

00:16:01: Und wenn die überall rumliegen, dann werde ich unruhig.

00:16:04: Was ich aber mag ist ein volles Zimmer mit lauter Sachen zu denen ich in irgendeiner Weise immer noch einen positiven Bezug habe.

00:16:15: Also ich mein ... In meinem Zimmer stehen keine Ahnung wie viele hundert Bücher und die stören mich überhaupt nicht auch wenn ich sie seit Jahren nicht gelesen habe weil ich dazu einen positifen Bezug hab' und ich glaube das ist entscheidend.

00:16:28: Ich glaube gerade im Bezug auf Mode fällt mir dieser Grundsatz, dass es Spark Joy gar nicht so leicht.

00:16:35: Gerade weil es Kleidungsstücke gibt... Also ich weiß nicht wie du das siehst aber ich trage manche Dinge wahnsinnig gerne und dann gibt's Kleidungstücke, ich weiß ich brauche die zwei mal im Jahr.

00:16:45: Aber ich brauch sie.

00:16:47: Das ist Spark Joy I don't know.

00:16:49: Natürlich muss man nicht abholfen!

00:16:51: Ich hatte damals den Eindruck, dass dieses Ausmisten eigentlich auch schon wieder eine

00:16:56: Art

00:16:58: Konsumverhalten war, sozusagen nur einmal auf links gedreht.

00:17:02: Insofern als ich natürlich alle irgendwie auf Social Media gefilmt haben dabei wie sie ausmisten und ich habe mich auch immer gefragt ist es so ein bisschen so wie wenn ich überreizt im Sommer denke ich brauche all diese Volpolover nicht mehr?

00:17:15: das ist mir schon eins zweimal passiert dass ich zu viel aussortiert hab und im nächsten Winter da stand und dann ja sozusagen aber wieder konsumiere weil ich mich vorher eigentlich zuviel befreit habe.

00:17:27: Es gibt auch den Moment, wo ich genau weiß.

00:17:30: Ich habe es drei Jahre nicht in diese Schublade geguckt und jetzt brauche ich aber genau diesen Knopf, den ich damals aufgehoben hab um ihn irgendwie anzunehmen weil er genau perfekt zu diesem Jackett passt.

00:17:39: Deswegen würde auch sagen Marie Kondo und dieser ganze Ausmisten führt zu einem besseren Leben einen besseren Kleiderschrank mit Vorre Sicht zu genießen und vielleicht gar nicht mehr so on-vogue wie es vor ein zwei Jahren noch war.

00:17:54: Katharina kurze Frage am Rande Was weißt du über große Kisten voller Kabel?

00:18:04: Nicht so viel.

00:18:06: Ich hoffe, ich weiß nicht zu viel darüber.

00:18:09: Es stellen sich mir auf jeden Fall die Nackenhaare auf bei dieser Formulierung.

00:18:14: Nein!

00:18:14: Weil es gibt dieses Klischee – ich habe das auch schon öfters mal auf Instagram oder sonst irgendwo im Internet gelesen – jeder Mann hat eine Kiste mit Kabeln im Schrank stehen wo man nicht sicher ist, ob die noch mal gebraucht werden oder nicht.

00:18:32: Ich habe diese Kiste sie ist sehr groß, sehr voll und sehr schwer aber mehrmals im Jahr muss ich diese Kisten aus dem Schrank holen und brauche doch wieder irgendein Kabel.

00:18:45: und das ist sowas weil sich da doch immer wieder ganz beruhigend finde.

00:18:48: also ganz unsinnig ist sie nicht?

00:18:49: aber das wollte ich einmal kurz

00:18:52: angebracht

00:18:53: haben.

00:18:53: Gibt es denn ein Kleidungsstück, was dein Kabel ist?

00:18:56: Also dass du immer anguckst und dich fragst naja eigentlich bräuchte ich's nicht mehr.

00:19:00: Und dann ist noch der Moment gekommen wo du gedacht hast ja...

00:19:04: Es gibt Kleidungstücke.

00:19:05: die habe ich sehr lange im Schrank und denke eigentlich ich brauche sie nicht und dann ziehe ich sie mal zu einem passenden Moment an zufällig und dann finde ich das so toll, dass ich es wochenlang trage.

00:19:23: Also ich glaube, es gibt eher so... Ich habe viele Kleidungsstücke für die ich sehr lange gebraucht habe um eine Verwendung für sie zu finden.

00:19:32: Um zu wissen wie ich sie trage und sobald ich das gefunden habe kriegt man mich aus diesem Kleidung-Stück auch nicht mehr raus.

00:19:41: Wir dürfen

00:19:41: also auch so ein reife Prozess durchlaufen im Kleiderschrank

00:19:46: Auf jeden Fall und was ich auch immer wieder gemerkt habe, ich hab vor kurzem einen Creator auf Instagram gesehen.

00:19:59: Und der hat anhand eines Fotos... Ich glaube es war Robert Kennedy also der alte Robert Kennedy nicht der aktuelle Gesundheitsminister der USA wo er in einem Hemd ein weißes Hemd Krawatte hat die Ärmel hochgekrempelt, schwarze Hose, dunkle Schuhe lehnt irgendwie an einer Tankstelle so eine Säule und ist irgendwas und sieht unfassbar gut aus.

00:20:30: Und dieser Creator hat gemeint er hat ganz viele Klienten, die sagen So will ich aussehen!

00:20:37: Er erklärt ihn immer wenn du so aussehen willst dann musst du jeden Tag so rumlaufen wie Robert Kennedy auf diesem Bild.

00:20:46: Du kannst nicht zweimal im Jahr einen Anzug anziehen und dann erwarten, dass du in dem Anzug gut

00:20:52: aussiehst.".

00:20:53: Weil dieses Bild sagt er sieht aus dem Grund so gut aus weil Robert Kennedy jeden Tag so rumgelaufen ist und genau wusste wie steht er in dieser Kleidung?

00:21:04: Wie fällt sie an ihm?

00:21:05: Und weil die Kleidungen auch schon x-mal von ihm getragen wurde und sich an ihn angepasst hat an seine Bewegung, an seiner Haltung und was auch immer.

00:21:15: Das finde ich spannend in Bezug auf die Kleiderschrankfrage weil es gibt zum Beispiel auch Kleidungsstücke von denen ich nicht immer wusste Ich brauche dafür noch den richtigen Anlass.

00:21:25: das ist vielleicht sogar das richtige Leben Den richtigen Job.

00:21:27: aber wenn er kommt dann werde ich das tragen Und das ist schon ein und zwar mal auch so passiert.

00:21:33: also wie du sagst man muss sozusagen im Kleidungstück auch dann leben können

00:21:37: Exakt, also ich habe mir gerade eben letzte Woche wie gesagt eine neue Hose gekauft.

00:21:43: Wunderschöne Hose und ich hab sie sofort drei Tage lang angezogen zu den unnötigsten Situationen.

00:21:50: Also ich war damit beim Aldi Ich war mit keine Ahnung irgendwie kurz in der Stadt unterwegs Und es hat sich am Anfang viel zu schick angefühlt.

00:22:00: Aber nach ein paar Stunden Du warst vollkommen in Ordnung und ich hab mir gesagt, ich mach das jetzt eigentlich immer.

00:22:06: Dass ich versuche von dem Gedanken du kannst Overdress sein weil andere sich nicht so gekleidet haben für diesen Anlass im Anfang des Strichs von diesem Gedanken wegzukommen um eben meine Sachen auch regelmäßiger tragen zu können.

00:22:23: ja dass finde ich eigentlich Eine sehr schöne Art, das zu üben.

00:22:28: Also auch Kleidungsstücken einfach so ein bisschen mehr vom Alltag mitzugeben und sich da drin mehr einzufinden.

00:22:35: Wir haben jetzt schon ziemlich viel darüber gesprochen was für Kleidungsstücke wir irgendwie aufbewahren, was für eine Bedeutung sie für uns haben das wiederzuentdecken und im Endeffekt dass wir ja auch so'n bisschen im Kleiderschrank das Aufbewahren was wir der Welt zeigen möchten Das bedeutet dem Endeffekte auch dass der Kleiderschlag eigentlich Teil unserer Selbstnarrativierung ist, wenn man so will.

00:22:56: Und das zumindest aufbewahrt, dass wir dort eben auch auf Erinnerungsstücke treffen und uns von Dingen trennen.

00:23:03: Also grundsätzlich liegt im Kleiderschrank einfach eine sehr erzählerische Kraft inne.

00:23:08: Das überrascht deswegen ja nicht, dass der Kleidersschrank in ziemlich viel Literatur- und Film vorkommt.

00:23:15: Da würde ich gerne jetzt ein bisschen hinschiften mit dir im Gespräch was natürlich daran liegt nicht nur beide begeisterte Mode-Enthusiasten sind, sondern eben auch Literatur und Filmwissenschaftler.

00:23:29: Wenn ich an Kleiderschrank und Film denke ist natürlich das Aller erste was mir einfällt erstmal Narnia also der Kleiderschlag als etwas wo man hindurchgeht um in eine andere Welt zu kommen.

00:23:40: das wäre sozusagen das Fantasy Genre.

00:23:42: aber es gibt eigentlich ganz verschiedene Funktionen die da Kleiderschlanken verschiedenen Genres erfüllt.

00:23:48: Ich musste jetzt auch ein bisschen daran denken, vielleicht auch wegen deinem neulichen Instagram-Post in dem du deiner Follerschaft verraten hast dass du nicht nur Simon Sana sondern auch Salvatore Simonecci bist und unter diesem pseudonym Cosy Crime schreibst das ja auch im Krimi der Kleiderschrank eine Rolle spielt oder zumindest Schränke in denen man durch etwas hindurch geht.

00:24:16: Kraft haben, hast du Lust darüber so ein bisschen was zu erzählen?

00:24:20: Also was vielleicht im Krimi der Kleiderschrank für eine Rolle erfüllen könnte.

00:24:25: Wir müssen vielleicht gar nicht unbedingt super viele Texte aufzählen aber was erzählt so einen Kleiderschlang?

00:24:31: Also ein Kleiderschan kann natürlich zunächst mal sehr viel über die Figen Guren erzählen.

00:24:38: Also ich kann natürlich anhand eines Kleiderschrankes schon sehr schnell praktisieren, was ist das für eine Figur?

00:24:45: oder ich kann ihr besondere Eigenschaften zuweisen indem ich erkläre was eine Figure trägt Was sie in ihrem Kleiderschlank hat wie sie ihre Kleidung Aufbewahrt.

00:24:59: ist es eine Figur, der Kleidung besonders wichtig ist.

00:25:03: Und Kleidungsstücke haben ja eigentlich auch immer, insbesondere wenn es bestimmte Kleidungen sind können sie eine Figuren sofort in eine bestimmte Ecke stellen.

00:25:14: also in dem einen Krimi oder im ersten Wand von Deck Krimi-Reil an der ich gerade schreibe, gibt es zum Beispiel eine Figur.

00:25:24: Die ist so ein bisschen gezeichnet als Weiker, als Motorradfreakentusiast und der trägt natürlich in der ersten Szene, in der er vorkommt, so ne Lederweste.

00:25:38: So ne schwarze Lederweste und unten drunter nur ein Unterhemd.

00:25:42: Es ist Sommer und damit isst er sofort in so ner Ecke!

00:25:45: eingeordnet.

00:25:47: Und das funktioniert natürlich insbesondere in Genre Literatur sehr, sehr gut weil Genre-Literatur ja auch grundsätzlich mit Typenfiguren spielt also mit Figuren die eben einen bestimmten Typus darstellen also eben in dem Fall jetzt die ältere Frau die Kriminalfälle löst so wie Miss Marple oder dann den Superhelden und so weiter.

00:26:09: also es gibt Typen und die haben natürlich immer eine bestimmte Art von Kleidungsstücken, mit der sie charakterisiert sind.

00:26:16: Und das kann man eben über Kleiderschränke auch ganz gut erzählen.

00:26:20: was mir zu Krimis noch einfällt ich beobachte Das in erstaunlich vielen Krimiserien Der Kleidershrank auch immer als Ort eines Verstecks genutzt wird.

00:26:32: also es kommt nicht.

00:26:33: ganz.

00:26:33: ganz oft haben wir in Serien und Filmen dieses Zähne jemand versteckt sich in einem Kleidersrank vor einem Eindringling oder ist selbst in eine Wohnung eingedrungen und wird überrascht und versteckt sich im Kleiderschrank.

00:26:49: Und findet dann im Kleiderschrank aber auch etwas, was etwas über die Person aussagt.

00:26:55: also es gibt ja ganz ganz häufig dass jemand so völlig verängstigt im Kleider schrank sitzt und sieht auf einmal ein Kleidungsstück und ist so kurz irritiert weil er etwas neues erfahren hat über die Person vor der er sich versteckt hat.

00:27:11: Also es ist natürlich auch so etwas, wir verstecken in Kleiderschränken auch Sachen die zu uns gehören, die aber eventuell uns unangenehm sind.

00:27:21: Ich habe da noch ein paar Assoziationen dazu als du jetzt gemeint hattest so Versteck genau das funktioniert ja für Krimi natürlich total gut.

00:27:28: ich musste direkt an Gilmour Girls denken und zwar an Leyen Die beste Freundin von Rory, die in einer sehr konservativen koreanischen Familie aufwächst und die aber selber eine totale Rock-Enthusiastin ist.

00:27:45: Und die in ihrem begehbaren Kleiderschrank sozusagen ne Disco-Kugel aufgehängt hat und ihre CDs sind eigentlich glaube ich unter den Dielen, aber da hat sie auf jeden Fall ihre Anlage und zieht sich dort zurück um auch tatsächlich ein... ganz anderes Leben zu führen.

00:28:02: Und ich bin auch bei der Recherche, ich habe tatsächlich das Klämmer des Buchs nicht gelesen aber es gibt von Teresa Assamatshova einen Text, der heißt Im Schrank Ich hab jetzt nur reingelesen Und der ist so ein bisschen surreal, im Sinne von sie entscheidet sich sozusagen in einen Schrank zu ziehen.

00:28:21: Also das ist sozusagen ihre Idee, sich von der Welt zurückzuziehen.

00:28:27: Ich stelle mir das ein bisschen so vor wie bei My Year of Rest and Relaxation also dass man da den ultimativen aber auch seltsamen Rückzugsort findet, der eigentlich zu radikal ist und... finde das auch irgendwie eine spannende Vorstellung, was es auch heißt sich so im Kleiderschrank von der Gesellschaft zurückzuziehen.

00:28:49: Es bedeutet ja aber auch und das war jetzt eigentlich in allen Beispielen über die wir gerade geredet haben dass der Kleiderschlag etwas sehr privates ist.

00:28:58: also es gibt natürlich Das sieht man auch immer wieder öfter.

00:29:04: Kleiderordnungssysteme sagen das mal so, die offen sind also Kleiderschranken im Zimmer und so weiter und offene Schränke und so.

00:29:14: Aber normalerweise oder traditionell ist ein Kleiderschrank geschlossen Anders als jetzt zum Beispiel in Bücherregal.

00:29:23: Jetzt könnte man ja aber sagen im Zweifelsfall kann ich auch so schöne Kleidungsstücke haben, dass man sie eigentlich vorzeigen könnte.

00:29:32: Weil das ist ja auch der Grund warum man die Bücher ebenso schön trappiert weil man irgendwie auch zeigen will was man gelesen hat oder was für ein Mensch man ist auf Grundlage der Bücher die man besitzt und so weiter.

00:29:49: Und das trifft ja eigentlich auch für Kleidungsstücke zu.

00:29:53: Aber trotzdem ist das traditionellen Ort, der verschlossen ist und ich würde dir jederzeit meinen Kleiderschrank zeigen.

00:30:02: aber trotzdem finde ich es komisch wenn du in mein Zimmer kommen würdest und ganz einfach mal den Kleiderschlag aufmachen wird.

00:30:09: Das sagt doch irgendwie etwas dazu aus dass Kleidung vielleicht doch etwas ist womit wir anders umgehen als mit Büchern oder CDs, Schaltplatten was auch immer.

00:30:23: Also wieso wir das anders ausstellen?

00:30:24: Das ist glaube ich nochmal... Da müssen wir wahrscheinlich länger darüber sprechen, worüber wir ja schon öfter in anderen Folgen immer wieder angeschnitten haben, dass natürlich alles was mit Glamour zu tun hat auch ein bisschen entwertet wird oder zumindest sehr lange nicht so einen krassen kulturellen Status hatte wie zum Beispiel die Bücher, die man ausstellt.

00:30:42: Aber ich finde vor allem diesen Gegensatz spannend den du aufgemacht hast also zu diesem extrem privaten und vielleicht ne?

00:30:49: Also der Schrank als Versteck vielleicht sogar mit geheimem Hinterzimmer oder wie auch immer Und dann aber auf der anderen Seite etwas was man ja eigentlich der Welt zeigt.

00:30:58: Ich würde in dem Zusammenhang dann direkt noch mal fragen, wo steht eigentlich der begehbare Kleiderschrank?

00:31:03: Das ist natürlich nochmal so eine ganz andere Form und auch da muss ich irgendwie an... Vor allem Filme denken weniger als an Literatur.

00:31:11: Wir haben ja auch über der Teufeltrick Prada zum Beispiel gesprochen.

00:31:14: also oft sind ja in so Romcoms Kleiderschränke auch der Ort, wo eine Transformation stattfindet.

00:31:21: Und das ist ja noch mal ne andere Art des Durchgehens also wo plötzlich ... Der Charakter in so nem offenen Raum vielleicht irgendwie sein Glow-Up bekommt jetzt im Falle von Andy Sacks die dann äh ... Von Stanley Tucci da durchgeführt wird und in diesem riesigen... Das is ja ein riesiger Raum eigentlich!

00:31:36: Das ist ja fast wie so'n Showroom Aber auch Sex in the City zum Beispiel, wo dieser begehbare Kredder schrank ist ja sogar der Flur.

00:31:45: Also vom Badezimmer zu ihrem Schlafzimmer und eigentlich so ein total wichtiger Ort für sie, wo sie mit ihren Freunden abhängt und pro Seko trinkt und so.

00:31:54: Ich glaube das ist irgendwie eine spannende Form von Schrank wenn es um privat und öffentlich geht.

00:32:00: Auf

00:32:00: jeden Fall!

00:32:03: Die begehbaren Kleiderschränke, die man in Filmen und Serien sieht sehen natürlich immer eigentlich aus wie Nebenzimmer von einem Rodehaus.

00:32:14: Also es ist alles immer super ordentlich, super sauber und frisch gebügelt oder gesteamt und was weiß ich nicht?

00:32:23: Was also es sieht eigentlich aus Wie eben das Nebenzimmern im Rode Haus.

00:32:29: Zumindest meinen Kleiderschrank sieht nicht so aus.

00:32:31: Also da ist wesentlich mehr Chaos drin und ab und zu muss ich trotzdem mal eine Hose noch einmal bügeln, obwohl sie eigentlich ungetragen im Kleiderschwank lag nachdem ich sie gebügelt habe.

00:32:43: aber ich hab über den Eindruck ein begehbarer Kleidershrank ist insbesondere in so Filmen- und Serien eigentlich ein Zeichen von Luxus.

00:32:53: Und das ist natürlich etwas... Ich kenne auch niemanden der einen begehbaren Kleidersschrank hat!

00:32:58: Und ich hätte gerne einen, also ich fände es fantastisch.

00:33:01: Aber das ist so ein Level an Luxus, dass vielleicht auch gerade in Wohnverhältnissen entsteht und so weiter wo Wohnraum knapp ist.

00:33:14: Wenn du da ein eigenes Zimmer quasi für deinen... Kleiderschrank nochmal hast.

00:33:20: Also das ist so Peak Luxus eigentlich.

00:33:23: Peak

00:33:23: Marker für eine bestimmte Klasse, ich hoffe ich habe es nicht schon erzählt aber in dem Zusammenhang also generell im Podcast.

00:33:30: In diesem Zusammenhang fällt mir ein dass ich als Jugendliche mal bei einer Schulkommilitonin zu Gast war und die hatte in Grünwald gewohnt.

00:33:39: Das ist so das Nobelviertel Münchens und die hatten einen Kofferzimmer Und das war der Moment, wo ich so total vom Glauben abgefallen bin.

00:33:48: Natürlich erlebt man das ja immer wieder gerade in der Schule, wo man sehr verschiedene Gruppen irgendwie kennenlernt und dann irgendwie merkt okay ihr habt ein Esszimmer oder ihr lebt eben so und so und dann merkt man plötzlich bestimmte Unterschiede.

00:34:02: Und dieses Kofferzimmer war quasi noch mal die Überhöhung des begehbaren Kleiderschranks, weil dort nur die Louis Vuitton-Koffer gestapelt waren für die Reise.

00:34:10: Das war tatsächlich einfach kein... das war nicht im Keller oder so, sondern es war wie eine größere Abstellkammer.

00:34:16: Es hatte sogar ein Fenster!

00:34:18: Ich wollte grad sagen, also mein Koffersimmer ist entweder Kellerabteil oder Speicher?

00:34:25: Also wo halt alles Mögliche liegt, was man jetzt im Alltag nicht braucht.

00:34:30: Sondern was man eben zweimal im Jahr braucht oder so?

00:34:33: Interessanterweise versteht man dann vielleicht wenn man in einem soem Haus mit Kofferzimmer wohnt auch so bestimmte Dinge gar nicht wie warum wir überhaupt von Einmotten sprechen.

00:34:43: Wenn die Dinge irgendwie einsetieren!

00:34:46: Aber ja, es ist so viel auf jeden Fall dazu.

00:34:48: Dass das natürlich ein krasser Luxusmarker ist, je nachdem was wir für einen Schrank haben wo uns andere Schränke begegnen.

00:34:57: Wir haben jetzt über den Schrank irgendwie als magisches Portal geredet, als Versteck, als Hinterzimmer, als Luxusmarker und am Ende natürlich auch dass wir schon besprochen haben sozusagen ein bisschen als Spiegel oder Kontrastfolie von dem wie wir uns selber sehen in einem Literaturstück eine Figur erzählt werden soll.

00:35:20: Wie ist es dann für uns auf einer ganz persönlichen Ebene?

00:35:23: Ist das Umräumen etwas, was dir macht dir das Spaß?

00:35:28: Bringt dir das Freude?

00:35:30: Das ist Sparkjoy!

00:35:33: Das umräumen, dass der Kleiderschrank Sparkjoy...

00:35:36: Ja und nein.

00:35:38: also in dem Moment wo ich ist das absolut ätzendste, was ich mir in dem Moment vorstellen kann.

00:35:44: Weil es chaotisch ist, weil Sachen rumfliegen, weil... Ich merke dass ich zu wenig Platz habe.

00:35:53: trotzdem auch wenn ich umräume, dass sich meine Kleidungsstücke teilweise nicht so aufbewahren kann wie ich sie aufbahre aufbewahren möchte und ich irgendwie, also ich mag das nicht wenn in meinem Zimmer zu viel Chaos herrscht.

00:36:08: Und in dem Moment wo ich es aber gemacht habe und dann am nächsten Morgen den Kleiderschrank öffne... Dann ist es wunderschön!

00:36:17: Also das ist so ein bisschen ne?

00:36:19: Ich muss mich überwinden es zu tun aber danach hab' ich große Freude daran den Schrank aufzumachen.

00:36:25: Du

00:36:25: musst durchgegangen gewesen sein!

00:36:30: Durch das Umräumen.

00:36:34: Da hat es dir, glaube ich auch noch eine Frage für mich aufgeschrieben oder?

00:36:36: Ja!

00:36:37: Möchtest du die ganz hinten anstellen?

00:36:39: Ach du, ich kann dich auch gleich stellen und zwar wenn ich deinen Kleiderschrank aufmachen würde also wenn ich diese Sünde begehen würde... Ich mache ungefragt deinen Kleierschrank aus.

00:36:51: was fällt mir als erstes auf?

00:36:53: Ähm..Ich glaube Es wäre extrem enttäuschend.

00:37:01: Ich glaube, dass wenn man meinen Kleiderschrank öffnet... Man erst mal sehr viel weiß und schwarz zieht.

00:37:08: Und vielleicht sieht es sehr generisch aus für jemanden der sich sehr viel Mode interessiert.

00:37:13: Das denke ich manchmal.

00:37:13: Also manchmal öffne ich mein Kleiderschlag und denk mir, ja ist halt ne Garderobe!

00:37:19: Also weißt du?

00:37:20: Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir nicht in den Kleiderschlangen reingucken und vielleicht macht das auch total Sinn weil wie gesagt Kleidung ist ja dafür da, darin gelebt zu werden.

00:37:28: Dass sie sehr leblos wirkt manchmal im Schrank.

00:37:31: und ich könnte mir vorstellen wenn man jetzt denkt naja Katharina hat lange Lifestyle Journalismus gemacht die interessiert sich für Mode dass sie bestimmt ein total spannenden Kleiderschrank.

00:37:38: Ich würde sagen die würde als erstes auffallen das es einfach ganz normaler Kleiderschlag mit den normalen langweiligen Dingen und reinweisen Stapeln von dem perfekten weißen T-Shirt.

00:37:51: Okay also wenn ich das nächste mal bei euch Zuhause bin weil dich definitiv dein Kleiderschrank aufmachen, weil irgendwie ich glaube das nicht so ganz.

00:37:59: Aber okay!

00:38:00: Ich nehme das mal so hin

00:38:02: und dann machen wir nochmal diesen Persönlichkeitspsychogramm von dir unter einem Kleiderschlang.

00:38:07: Und wir setzen uns damit gleichzeitig dafür ein dass das gemeinsam in den Kleidersschrank gucken vielleicht irgendwann genauso normal wird wie die Plattensammlung zu durchschütteln wenn man bei jemandem zu Gast ist.

00:38:20: Okay, aber ich habe noch eine Frage für dich.

00:38:23: Weil ich da selber eine Erfahrung gemacht habe dieses Jahr und zwar Ich habe beim Aussortieren ein Kleidungsstück gefunden was ich vor zwei Jahren gekauft habe.

00:38:36: Ich hab es mir sogar extra anpassen lassen also es war gebraucht gekauft.

00:38:42: Habs mir anpassenlassen Und ich habe das nie getragen und jetzt habe ich's auf Winter gestellt Und fand das sehr schade, weil ich es eigentlich mochte.

00:38:53: Aber ich habe es nie getragen und irgendwie hatte auch im Gefühl, dass wird so bleiben.

00:38:57: Es war also nicht das was noch reifen musste sondern du wusstest, der Moment kommt nicht.

00:39:03: Exakt!

00:39:04: Ich weiß gar nicht genau warum... Also ums kurz?

00:39:07: zu erklären, es war eine Jeans aus dem Militärbedarf und die war sehr weit und auch sehr hoch, hochgeschnitten.

00:39:18: Und sehr robust und teilweise auch aus synthetischem Material also Baumwolle und Synthetik im Gemütter.

00:39:27: Ich habe eine klassische Arbeitshose eigentlich und ich hab sie nie getragen!

00:39:33: Vielleicht, weil sie auch nach Jahren immer noch nach so Second Handladen gerochen hat.

00:39:40: So dieser typische Geruch.

00:39:41: ich glaube jeder der mal in einem Second Hand laden war weiß was ich meine und Sie waren ein bisschen steif so insgesamt aber das ist bei Jeans Hosen jetzt auch nicht weiter verwunderlich.

00:39:51: also die muss man ja eintragen und so weiter.

00:39:55: Ja Aber irgendwie... Ich hab's nicht getan.

00:39:59: Also ich hab eine schöne und nicht so schöne Antwort für dich.

00:40:02: Die Schöne ist, dass ich jedes Jahr wenn ich meinen Kleiner schrank noch mal von Grund auf in die Hand nehme kann man ja nicht.

00:40:09: aber du weißt was ich sagen möchte?

00:40:11: Ich schreibe euch immer wieder über ne Bluse, die ich aber sehr bewusst aufhebe weil sie eine Bluse ist, die meine Oma mir vermacht hat Und die ist relativ weit hinten.

00:40:20: und immer wenn ich sie so hervorhole freue ich mich lange nicht an sie gedacht.

00:40:25: und ich weiß, ich werde sie auch nicht tragen weil sie irgendwie einen bestimmten Familienwert hat.

00:40:32: Und das finde Also auch.

00:40:34: vielleicht noch mal zurück zu Marie Kondo.

00:40:38: Ich weiss, ich werde sie nicht tragen und ich heb sie trotzdem auf genauso wie ein schönes Bild aufheben würde oder eine Kinokarte von einem schönen Date oder so.

00:40:46: Und so mache ich das mit dieser Bluse.

00:40:48: Das ist die schöne Antwort, die nicht so schöne Antwort ist dass ich tatsächlich dieses Jahr beim Sortieren zwei Päckchen gefunden habe, die ich eigentlich Betur schicken wollte Einmal mit zwei Jeanshosen, die mir nicht passen und einmal ich glaub' mit einer Jacke.

00:41:03: Was im Endeffekt... Ja für mich ist der Kleiderschrank auch oft ein Ort für unliebsame Dinge wo ich Dinge reinstopfe damit sie Gäste nicht sehen.

00:41:12: in diesem Fall zwei große Riturpäckchen Und ich glaube ehrlich gesagt dass ich sie da reingetan hab Simon bevor du mich besucht hast dieses Jahr.

00:41:20: Aha

00:41:21: Weil ich nicht wollte das sie im Flur rumliegen damit es nicht passiert dann habe ich sie ganz unten in den Kleiderschein gereingeschauelt.

00:41:28: Und ja, auf jeden Fall ist das gleich jetzt weg und die werden wahrscheinlich auch auf Wintert landen diese Piesse.

00:41:34: Okay,

00:41:34: d.h.,

00:41:36: ich war also dafür verantwortlich dass in deinem Kleiderschrank Sachen verschwunden sind, die du jetzt hoffentlich auch endlich los geworden bist.

00:41:45: aber das ist ja auch wieder sehr spannend weil du hast ja offensichtlich etwas in deinen Kleiderscharang gestopft weil du relativ sicher sein konntest Ich mach dir nicht einfach auf und guck da rein.

00:41:55: Ne genau!

00:41:55: Also ich hab ihnen private gestoppt Und vermutlich hätte ich mir auch sicher sein können, dass du mich nicht judgest für meine Pakete.

00:42:02: Aber ich würde sagen wir haben auf jeden Fall festgestellt das der Kleiderschrank etwas durch und durch Intimes ist selbst wenn er öffentliches Aufbewahrt und sich genauso der Inhalt sich mit uns mitentwickelt wie auch die Form.

00:42:16: wichtig für uns ist Wie kann man Dinge aufbewahren?

00:42:18: Wie kann Man sie lagern und Wir freuen uns natürlich Wenn ihr Lust habt auf Instagram oder per E-Mail Eure eigenen Kleiderschränke-Schichten zu teilen, vielleicht haben wir ja auch noch das eine oder andere Genre den einen oder anderen Film.

00:42:32: Eine ganz sicher, ganz viele Bücher nicht genannt in denen coole Schränke vorkommen und cooles erzählt wird über den Schrank!

00:42:41: Und wenn ihr richtig mutig seid dann könnt ihr uns ja ein Foto von eurem offenen Kleiderschlank schicken.

00:42:47: ich glaube darüber würden wir uns sehr freuen und würden dann in der nächsten Folge auch eure Kleiderschenke natürlich bewerten

00:42:55: natürlich ohne euch zu sehr zu entblößen.

00:42:58: Absolut!

00:43:00: Ob

00:43:00: dann die nächste Folge tatsächlich sich um Fußballkleidung drehen wird oder nicht, hängt wahrscheinlich noch davon ab inwieweit ich mich um hundred-achtzig Grad in meinen Interessen drehen kann.

00:43:10: Vielleicht finden wir aber auch ein anderes sehr präsentes Thema.

00:43:13: Also ich besitze zwar glaube ich kein einziges Fussballtrikot mehr, aber ich könnte über sehr viele Fussbaltrikots, die ich mal besessen habe reden Insofern, daraus könnte man bestimmte eine Folge machen.

00:43:28: Als sehen!

00:43:29: Danke fürs Zuhören und bis bald und erhaltet den Sommer gut aus in euren umsotierten, neu sotierten Kleidungsstücken.

00:43:37: Macht's gut, tschau-tschau.

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